Die Kostenwahrheit: was kein Anbieter auf die Startseite schreibt

Die 200-€-Gebühr ist die kleinste Zahl in jeder Irland-Rechnung. Die entscheidenden Posten — Lebenshaltung über 12–24 Monate, optionale Begleitung, die Kosten eines Abbruchs — tauchen in Werbung nicht auf. Diese Seite führt sie zusammen, erklärt, warum das so ist, und gibt Ihnen eine Checkliste mit, die jedes Anbieter-Angebot aushalten muss.

Kernfakten

Matrix, Blindstellen und die 12 Fragen

Die unhöfliche Wahrheit zuerst: Der größte Kostenblock einer Irland-Insolvenz steht in keinem Angebot — es sind Ihre Lebenshaltungskosten während Vorbereitung und Verfahren. Werbung rechnet mit „200 € Gebühr"; real wohnen, versichern und leben Sie über anderthalb bis zwei Jahre in Irland (Gesamtrechnung). Diese Seite führt alle Posten zusammen, die kommerzielle Anbieter strukturell nicht auf die Startseite schreiben — und gibt Ihnen die Fragen mit, die jedes Angebot aushalten muss.

Die ehrliche Kostenmatrix Irland

Posten · Größenordnung · Pflicht?

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Antragsgebühr (Official Assignee/ISI) · 200 € · Ja

Vorschuss Verfahrenskosten (OA-Deposit) · Beim ISI zu erfragen · Regelfall

Solicitor · Optional — DIY möglich (Anleitung) · Nein

Umzug & Kaution · Individuell · Faktisch

Lebenshaltung vor Ort (Referenz: ISI-Reasonable-Living-Expenses-Logik) · Der größte Posten — × 12–24 Monate · Faktisch

Einkommensüberschuss · Bis 3 Jahre per Payment Order abführbar · Bei Überschuss

Die Gebühr von 200 € ist kein Versehen in der Tabelle — sie ist bewusst klein gehalten. Der entscheidende Hebel auf Ihre Gesamtkosten ist Dauer × Lebenshaltung, nicht die Antragsgebühr.

Was Anbieter strukturell nicht zeigen

  • Gesamt-Honorare: Im Markt üblich ist, nur Drittkosten zu nennen (Gericht, Verwalter, Struktur vor Ort) — das eigene Honorar erscheint erst im Gespräch. Fragen Sie es als erste Frage.
  • Erfolgsquoten-Definitionen: „Bis zur Restschuldbefreiung bearbeitete Mandate" schließt Abbrecher aus. Zählen Sie nach, was die Quote umfasst.
  • Garantie-Klauseln: Geld-zurück-Versprechen greifen meist nur bei nachweisbarem Beratungsfehler in höchster Instanz — nicht, wenn das Verfahren an einem ehrlichen COMI-Problem scheitert.
  • Kosten des Scheiterns: Was passiert mit Umzugs- und Verfahrenskosten, wenn die Anerkennung streitig wird? Dazu gehört auch: Anfechtungsrisiken.

Die 12 Fragen an jeden Anbieter

Drucken Sie diese Liste aus. Ein seriöser Anbieter beantwortet alle zwölf ohne Zögern — unser TrustCheck prüft dieselben Punkte dokumentiert:

1. Welche Zulassung haben Sie im Zielland (Register-Nr.)?

2. Ihr Gesamt-Honorar — schriftlich, inkl. USt, inkl. aller Phasen?

3. Welche Drittkosten kommen hinzu (getrennt aufgeschlüsselt)?

4. Was kostet der Weg, wenn ich abbreche — und zu welchem Zeitpunkt?

5. Wie definieren Sie Ihre Erfolgsquote (Zähler/ Nenner)?

6. Was passiert bei COMI-Bestreitung durch einen Gläubiger — wer trägt was?

7. Wie viele Ihrer Mandate betreut ein Betreuer gleichzeitig?

8. Welche Arbeiten mache ich selbst (Dokumente, Anmeldungen)?

9. Welche Alternativen (PIA/DSA, Spanien, Lettland, DE-Verfahren) haben Sie geprüft — und warum verworfen?

10. Wo erscheinen Ihre Namen in den Verfahrensakten, wo meine?

11. Was passiert nach dem Discharge mit Schufa, Konten, Rückkehr?

12. May ich das schriftlich — vor jeder Zahlung?

Wer Sie begleiten kann — die drei Typen

  • DIY (Eigenantrag): In Irland ohne Solicitor möglich — unser Phasen-Leitfaden und die DIY-Anleitung decken den Weg ab. Für geradlinige Fälle mit Zeit und Disziplin.
  • Zugelassene Fachpersonen vor Ort: Irische Solicitor und zugelassene Berater — prüfbar über die Register des ISI. Fragen Sie dort nach.
  • Deutsche Vermittler-/Kanzlei-Strukturen: Komplettservice inkl. COMI-Aufbau — Komfort gegen Aufpreis. Die 12 Fragen entscheiden über Qualität; das Anbieter-Register zeigt Bewertungen mit Nachweisen, nicht Marketing.

Wir vermitteln niemanden und verdienen an niemandem — deshalb können wir Ihnen auch den DIY-Weg ehrlich empfehlen, wenn er zu Ihnen passt.

Häufige Fragen zu dieser Seite

Was kostet eine Irland-Insolvenz wirklich?

Die Pflicht-Gebühr beträgt 200 € an den Official Assignee; hinzu kommen ein Vorschuss auf Verfahrenskosten, ggf. Solicitor-Kosten — und als größtem Block die Lebenshaltung vor Ort über die gesamte Dauer von Vorbereitung und Verfahren, orientierbar an den Reasonable-Living-Expenses-Referenzen des ISI.

Warum zeigen Anbieter ihre Honorare nicht?

Im Markt ist es üblich, öffentlich nur Drittkosten zu nennen; das eigene Honorar wird im Gespräch verhandelt. Das ist legal — aber es verschiebt den Vergleich von Preis zu Vertrauen. Deshalb beginnt die 12-Fragen-Liste mit der Honorarfrage.

Worauf sollte ich bei Erfolgsquoten achten?

Auf die Definition: Zähler und Nenner. Quoten, die nur „bis zur Restschuldbefreiung bearbeitete“ Mandate zählen, blenden Abbrecher aus. Seriöse Anbieter legen ihre Zählweise offen — die Plattform selbst publiziert deshalb gar keine Quote.

Lohnt sich Begleitung überhaupt, wenn DIY möglich ist?

Für geradlinige Fälle mit Zeit, Disziplin und Englisch ist der Eigenantrag in Irland machbar — die DIY-Anleitung deckt ihn Schritt für Schritt ab. Komplexe Konstellationen (Vermögen, Familie, deliktische Forderungen, COMI-Streit) profitieren von zugelassener Fachberatung; die 12 Fragen helfen bei der Auswahl unabhängig davon.

Quellen und Referenzen

Weiterlesen

Veröffentlicht: 28. September 2026 · Faktenstand: 28. September 2026 · Zuletzt aktualisiert: 28. September 2026 · Redaktionelle Standards: Redaktion & Methodik. Diese Seite dient der Information und ersetzt keine Rechtsberatung.